Grundbauer/innen sind im Spezialtiefbau tätig. Sie sind auf der Baustelle, bevor die eigentlichen Bauarbeiten für Verkehrswege oder Gebäude beginnen. Mit ihrer Arbeit sorgen sie dafür, dass das Fundament, auf dem ein Bauwerk erstellt werden soll, tragfähig und sicher ist.
Am Anfang prüfen Grundbauer/innen die Beschaffenheit des Bodens. Mit Sondierbohrungen holen sie in mehreren Schritten Proben aus teilweise grosser Tiefe an die Oberfläche. Diese Bohrkerne werden von Ingenieurinnen und Geologen ausgewertet und dienen als wichtige Grundlage für die Berechnung tragfähiger Fundamente.
Bei ungenügender Tragfähigkeit sind so genannte Pfahlgründungen nötig. Dabei werden Betonsäulen oder Stahlrohre so weit in den Baugrund gerammt oder gebohrt, bis tragfähiger Baugrund erreicht ist. So kann die Last eines Bauwerks auf tiefere, tragfähigere Schichten übertragen werden. Zur Füllung von Hohlräumen im Untergrund oder zur Stabilisierung von lockerem Gestein führen Grundbauer/innen Injektionen aus. Sie bohren Löcher, führen Rohre ein und spritzen spezielle Zementmischungen ein.
Grundbauer/innen sichern die Baugruben mit Wänden: Schlitzwände, Spundwände oder Pfahlwände. Bei Baugruben, die ins Grundwasser reichen, sind Grundwasserabsenkungen nötig. Damit sorgen Grundbauer/innen für trockenen Baugrund. Für die Trinkwasserversorgung erstellen sie Grundwasserfassungen.
Grundbauer/innen arbeiten fast immer in Teams und sind bei jeder Witterung im Freien. Sie kennen die Gefahren auf der Baustelle und schützen sich und die Mitarbeitenden, indem sie die Sicherheitsvorschriften beachten, Massnahmen zur Unfallverhütung treffen und die persönliche Schutzausrüstung tragen.
Um die Umwelt nicht zu gefährden, achten sie auf die Einhaltung der Umweltschutzbestimmungen. Verbrauchte Baumaterialien, Schmierstoffe, Reinigungsmittel usw. entsorgen sie gemäss den betrieblichen Vorschriften.
- Grundlage
Eidg. Verordnung vom 1.11.2013
- Dauer
3 Jahre
- Bildung in beruflicher Praxis
In einem Unternehmen des Spezialtiefbaus
- Schulische Bildung
Blockkurse an der Berufsfachschule Verkehrswegbauer in Sursee: durchschnittlich 9 Wochen pro Jahr, davon rund 2 Wochen pro Jahr Schwerpunktausbildung "Grundbau" in Sempach
- Berufsbezogene Fächer
- Organisieren der Arbeiten und Gewährleisten von Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz sowie Umweltschutz
- Ausführen allgemeiner Arbeiten im Verkehrswegbau
- Ausführen von Grundbauarbeiten
- Überbetriebliche Kurse
Praktisches Erlernen und Üben beruflicher Grundlagen
- Berufsmaturität
Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden.
- Abschluss
Eidg. Fähigkeitszeugnis "Grundbauer/in EFZ"
- Vorbildung
- Abgeschlossene Volksschule
- Anforderungen
- handwerkliches Geschick
- Teamfähigkeit
- Zuverlässigkeit und Ausdauer
- Körperkraft
- Kurse
Angebote von Fach- und Berufsfachschulen, des Campus Sursee Bildungszentrum Bau des Schweiz. Baumeisterverbands, des Fachverbands Infra sowie betriebsinterne Kurse
- Verkürzte Grundbildung
Gleisbauer/in, Industrie- und Unterlagsbodenbauer/in, Pflästerer/Pflästerin, Strassenbauer/in
- Berufsprüfung (BP)
Grundbaupolier/in mit eidg. Fachausweis
- Höhere Fachprüfung (HFP)
Dipl. Bauleiter/in Tiefbau, Baumeister/in
- Höhere Fachschule
Dipl. Techniker/in HF Bauführung, Dipl. Techniker/in HF Bauplanung
- Fachhochschule
Bachelor of Science (FH) in Bauingenieurwesen
Quelle: berufsberatung.ch
